Nordische Botschaften - Landesflaggen, Desktop

Nordische Botschaften setzen auf digitalen Brandschutz

Fernüberwachung wird immer komfortabler

Bei der Einweihung der Nordischen Botschaften im Herbst 1999 gab Königin Margrethe II. von Dänemark das Motto für die künftige Zusammenarbeit der fünf nordischen Nationen vor: Jeder für sich und doch gemeinsam. Ein Symbol für den Zusammenhalt der fünf nordischen Länder ist das fast 230 Meter lange und 15 Meter hohe Kupferband an den Fassaden, das die Botschaftsgebäude und das Gemeinschaftshaus umschließt. Umschließend im übertragenen Sinne ist auch die Brandmeldetechnik der Nordischen Botschaften, die seit 2020 über ein digitales Portal gesteuert und fernüberwacht wird.

Der Botschaftskomplex in Berlin entstand vor dem Hintergrund einer gemeinsamen Geschichte, gemeinsamer Sprachen sowie gemeinsamer Werte und Überzeugungen. Vereint sind hier die Botschaften der Länder Dänemark, Finnland, Island, Schweden und Norwegen. Gemeinsam genutzt für beispielsweise kulturelle Veranstaltungen wird das Felleshus, das sechste Gebäude in dem Komplex, der in dieser Form weltweit einzigartig ist. Der Entwurf, mit dem das österreichisch-finnische Büro Berger + Parkkinen 1995 den internationalen Architekturwettbewerb für das Gesamtkonzept gewann, greift die Idee einer starken Gemeinschaft aus lauter Individualisten auf.

Das in Berlin inzwischen berühmte grüne Kupferband verbindet die einzelnen Gebäude, die wiederum von Architekten aus den jeweiligen Ländern gestaltet wurden. Angeordnet sind die Häuser entsprechend ihrer Lage auf der Landkarte, wobei Nord- und Ostsee durch drei Wasserbassins zwischen den Gebäuden symbolisiert werden. Ohne den Norden jemals zu verlassen, können Besucher schnell mit wenigen Schritten zwischen den einzelnen Ländern wechseln.

Natürlich muss sich hier die Brandmeldetechnik möglichst unsichtbar in die Gebäude einfügen. In den Jahren 2016 bis 2018 wurden alle Gebäude schrittweise auf ein neues System umgestellt. Die zeitliche Entzerrung war nötig, um einen reibungslosen Ablauf des Tagesgeschäfts gewährleisten zu können, denn ein kompletter Austausch der alten Technik in einem Schritt wäre mit wochenlangen Ausfällen verbunden gewesen und schloss sich daher aus Risikogründen aus. Heute sind in den sechs Gebäuden insgesamt 998 Brandmelder installiert. Darüber hinaus befindet sich in jedem Gebäude eine Integral IP CXF Brandmelderzentrale. Alle sechs Zentralen sind miteinander vernetzt.

Die Planung der gesamten Brandmeldetechnik lag in den Händen von Ralf Kaufmann, der für die Elektro Jahn GmbH & Co. KG in Frankfurt (Oder) tätig ist. Das Unternehmen zählt zu den großen Facherrichtern in der Region.

Vorreiter bei der Digitalisierung

Wenn es heute um übergreifende Fragen der Instandhaltung und Überwachung der Brandmeldetechnik geht, ist Ralf Kaufmann ebenfalls der zuständige Ansprechpartner. „Die Nordischen Botschaften haben für den Betrieb und die Wartung ihrer sicherheitstechnischen Anlagen von Beginn an externe Dienstleister beauftragt. Hier liefen die beauftragten Arbeiten nicht immer reibungslos. Besserung trat erst ein, als sich die Nordischen Botschaften 2020 dazu entschlossen haben, von Hekatron das Service Portal Mein HPlus in Verbindung mit dem Fernzugriff über Remote einzusetzen. Hekatron nimmt hier aus meiner Sicht eine Vorreiterrolle in Sachen Digitalisierung der Brandmeldetechnik ein und bietet dem Markt zwei absolut zukunftsweisende virtuelle Werkzeuge“, erläutert Kaufmann.

Das Service-Portal ermöglicht Errichtern wie auch Betreibern einen kompletten Überblick über das Serviceleben der Brandmeldeanlagen. Denn das Tool bündelt zentral alle Daten, Anlagen- und Herstellerinformationen sowie Live-Ereignisse. Diese Informationen bereitet das System nutzerfreundlich immer so auf, dass sie Facherrichtern und Betreibern optimalen Nutzen im täglichen Geschäft bringen. Um den Betreiber bei der Betreuung der installierten Brandmeldeanlagen in einem Objekt wie den Nordischen Botschaften unterstützen zu können, ist Ralf Kaufmann auf Informationen aus unterschiedlichen Quellen angewiesen. Anlagen-Programmierungen, technische Dokumentationen und Montageanleitungen, Produktinfos, Zertifikate und Erklärungen sowie Service-Informationen, um nur einige Beispiele zu nennen. Ohne das praktische Service Tool wäre der Aufwand, immer alle wichtigen Informationen im Überblick zu behalten, gewaltig.

Aber das Service-Portal liefert ihm nicht nur die relevanten Infos, sondern unterstützt auch bei der Abwicklung der täglichen Aufgaben. So erstellt es aus den Daten, die aus verschiedenen Quellen und Systemen intelligent zusammengeführt werden, Auswertungen und Analysen. Sogar konkrete Handlungsempfehlungen werden gegeben. Zum Beispiel informiert das Tool frühzeitig, wenn bestimmte Melder zum normativ geregelten Zeitpunkt gewartet oder getauscht werden müssen. „Wenn das Facility-Unternehmen beispielsweise sieht, dass einige Melder bald acht Jahre im Einsatz sind, kann es rechtzeitig eine Info an die Nordischen Botschaften versenden und so den Tausch anstoßen“, erklärt Kaufmann. Das Portal führt Nutzer somit durch den gesamten Prozess der Instandhaltung und bietet absolute Planungssicherheit.

Mein HPlus funktioniert optimal in Verbindung mit Hekatron Remote, einem umfassenden Fernzugriff, der direkt mit der Brandmelderzentrale verbunden ist. Mit diesem kann einerseits vollumfänglich auf die Programmierung zugegriffen werden und andererseits via App auf dem Smartphone oder Tablet das Bedienfeld der Zentrale in Echtzeit abgebildet werden. Allein mit Remote lassen sich Zeit und Geld sparen, denn Techniker werden nur noch dort eingesetzt, wo sie tatsächlich gebraucht werden. Bis zu 85 Prozent aller Serviceanfragen können laut Anbieter zuverlässig und kompetent aus der Ferne gelöst werden. Aber auch bei Wartungsaufgaben vor Ort selbst, bringt die App viele praktische Vorteile. „Bei einer Inspektion beispielsweise waren bisher immer zwei Personen erforderlich, weil man die Melder in Revision versetzen muss, um sie zu prüfen. In dieser Zeit meldet die Brandmeldezentrale keinen Feueralarm und muss daher durch eine zweite Person überwacht werden. Über Remote hingegen kann die Bedienung der Brandmeldezentrale von einem einzigen Techniker direkt vor Ort per Handy oder Smartphone erfolgen. Somit bringt die Digitalisierung dem Betreiber klar wirtschaftliche Vorteile“, beschreibt Kaufmann.

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Mehr rechtliche Sicherheit

In der Vergangenheit standen manche Errichter und Betreiber der Fernüberwachung und -instandhaltung wegen rechtlicher Bedenken skeptisch gegenüber. Die Einführung der Dienstleistungsnorm DIN EN 50710 nimmt diese Sorge und schafft die notwendige Grundlage für eine rechtliche Basis, weiß Thomas Litterst, bei Hekatron Leiter Normen & Richtlinien im Produktmanagement, zu berichten. „Die neue Norm, die im 2. Quartal dieses Jahres auch in der deutschen Fassung vorliegen wird, bietet den sicherheitstechnischen Gewerken im Gegensatz zur bestehenden VDE 0833-1 konkrete Handlungsempfehlungen, denn hier sind jetzt erstmals alle relevanten Anforderungen an einen Fernzugriff festgelegt“, beschreibt Litterst.

 „Mit der Remote-Funktion für die eigentliche Fernüberwachung und dem Service-Portal Mein HPlus für die gesamte Planung und Kontrolle ist ein Errichter gut aufgestellt, um die Brandmeldetechnik optimal betreuen zu können“, zieht Ralf Kaufmann Resümee.

Er freut sich, dass die Softwarespezialisten des Herstellers bereits an der Weiterentwicklung in Richtung einer herstellerunabhängigen und gewerksübergreifenderen Ausrichtung des Portals rund um die Sicherheitstechnik in Gebäuden arbeiten. Damit ist der Grundstein gelegt, die Zukunft des Brandschutzes noch digitaler zu gestalten und den Nutzen für die gesamte Errichterbranche zusätzlich deutlich zu erhöhen. Die Unternehmen erhalten damit ein Werkzeug, mit dem sie künftig gewerksübergreifend all ihren Kunden die Vorteile der digitalen Welt anbieten können.

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