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BildungsCampus Herford

Bildung in der Kaserne

„Die Gebäude der Wentworth-Kaserne stammen noch aus den 1930er-Jahren, wurden aber ab 1945 für rund 70 Jahre von den Briten genutzt“, erklärt Stadtplanerin Sarah Liebing. „Als diese im Jahr 2010 ihren Abzug bekannt gaben, hat die Hansestadt Herford gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern neue Nutzungskonzepte erarbeitet.“ Gleich drei Kasernengelände mit insgesamt 45 Hektar Fläche wurden frei, „sehr viel für eine 68.000-Einwohner-Stadt wie Herford“, ergänzt die Stadtplanerin.

Die Idee eines Bildungscampus fand schnell Unterstützer. Die ehemalige Kaserne war dafür prädestiniert. „Die Gebäude der ehemaligen Kaserne sind an dem heutigen Mary-Somerville-Boulevard fächerartig aufgereiht. Das unterscheidet das Areal von anderen Kasernen und ist in seiner Struktur damit ideal für die Entwicklung des BildungsCampus geeignet.“ Nach der Eröffnung im Herbst 2017 bezog als erster Nutzer die Fachhochschule für Finanzen NRW mit 160 Studierenden und 14 Dozenten Quartier. Am 1. September 2018 wurde in der nächsten Ausbaustufe ein weiteres Lehrgebäude für 340 Studierende eröffnet. Aktuell sind vier der insgesamt neun Gebäude genutzt, untergebracht sind Lehrsäle, Wohnunterkünfte und Räumlichkeiten für die Verwaltung. Das ehemalige Offizierskasino wird als Mensa genutzt, außerdem gibt es ein Kongresszentrum mit Platz für 260 Personen. Zuvor mussten die in die Jahre gekommenen Bauten gründlich renoviert und auch in Sachen Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht werden.

Die teils denkmalgeschützte Bausubstanz, aber auch die unterschiedliche Art der Nutzung im Rahmen des Bildungscampus stellten hohe Anforderungen an den Brandschutz. Ursprünglich wollten die Planer für jeden Block eine eigene Lösung einsetzen. Nach einer ausführlichen Beratung durch die Firma Heitbrink  Elektroanlagen GmbH und Hekatron Brandschutz entschied man sich für ein zusammenhängendes System. „Wir haben ein Konzept entwickelt, mit dem wir mit Hekatron Integral IP MX Brandmelderzentralen systemgebunden das ganze Areal überwachen können“, erklärt Peter Lepa von der Firma Heitbrink Elektroanlagen GmbH. „Wir haben in jedem Block so eine Zentrale installiert und mit Glasfaserleitungen vernetzt.“ So bekommt die Stadt ein modernes System, das am Ende sogar Kosten spart – sowohl bei der Errichtung als auch im laufenden Betrieb: „Denn so brauchen wir nur eine Übertragungseinrichtung und nur eine Feuerwehranlaufstelle für das gesamte Feuerwehrmanagement“. Für die verschiedenen Anforderungen haben die Techniker von Heitbrink eine ganze Reihe unterschiedlicher Produkte verbaut. Die Palette reicht vom klassischen Handfeuermelder MCP 535X, der manuell per Knopfdruck ausgelöst wird, bis hin zum hochempfindlichen Sonderbrandmelder aus der Familie der Rauchansaugmelder ASD. Auch die Mehrfachsensormelder Hekatron MTD 533X kommen zum Einsatz – mit und ohne integrierter akustischer Alarmierung. „Insgesamt sind momentan mehr als 1000 Systemteilnehmer mit sechs Integral IP MX Zentralen in der Anlage integriert und sorgen für eine flächendeckende Sicherung.“

Zudem steuert das Brandmeldesystem im Brandfall diverse Gebäudetechniken wie Aufzüge, Fluchttürsteuerungen, Medientechniken, Gebäudeleittechniken und Lüftungsanlagen an. Auch die Integration der in einigen Gebäuden geforderten Sprachalarmierungsanlagen wurde mit dem Brandmeldesystem problemlos umgesetzt. Der Einbau war aufgrund der langen Historie des Gebäudes keine leichte Aufgabe – nicht nur wegen der Denkmalschutz-Auflagen. „Einige Gebäude wurden beim Umbau nur modernisiert, andere grundlegend kernsaniert. Wir mussten also verschiedene Normenstände beachten und zusammenführen. Es gab teilweise auch schon alte Brandmeldeanlagen, die allerdings nach britischer FN Norm installiert wurden, in den denkmalgeschützten Bereichen konnten wir so zumindest einige Leitungen aus dem Bestand übernehmen. Um das alles zu berücksichtigen und umsetzen können, haben wir schon in der Planungsphase eng mit den Brandschutzgutachtern, Planern, Sachverständigen und Genehmigungsbehörden zusammengearbeitet.“ 

Die Hauptanlaufstelle der komplett vernetzten Anlage befindet sich im ehemaligen Wachhäuschen der Kaserne. Brennt es, ist diese Zentrale die erste Anlaufstelle für die Feuerwehr. „Wir haben zusätzlich zum geforderten zweiten Satz Feuerwehrlaufkarten nach DIN ein elektronisches Laufkartensystem (IRAS) installiert, mit dem sich die Feuerwehrleute orientieren. Dieses Laufkartensystem haben wir mit der Firma IFAM aus Erfurt direkt vor Ort auf die Anforderungen der Anlage und Feuerwehr angepasst“, erklärt Peter Lepa. „Egal wo innerhalb der Anlage ein Brand gemeldet wird, werden entsprechende Feuerwehrlaufkarten auf einem Tablet PC angezeigt. Den können die Feuerwehrleute dann mitnehmen und sämtliche verfügbaren Informationen zur Brandstelle abrufen.“ Über den Hekatron-Remote-Fernzugriff lässt sich das Brandmeldesystem über eine App auf jedem regulären Mobilgerät und vom PC aus einsehen. 

Es wurden dafür spezielle Benutzerprofile an der Anlage programmiert. So können die Betreiber im Ernstfall schnell und einfach auf die anstehenden Ergebnisse der gesamten Anlage zugreifen. Auch für Techniker ist dieses System praktisch: Sie können zum Beispiel sehen, welche Brandschutzvorrichtungen als nächstes gewartet werden müssen. Die Feuerwehr und Betreiber werden regelmäßig im Zuge der Instandhaltung der Anlage auf die Bedienung der modernen Systeme durch die Heitbrink Elektroanlagen GmbH geschult.

Mit der Vernetzung hat die Stadt Herford auch schon wichtige Vorarbeit für die Zukunft geleistet. Denn an Erweiterungen wird bereits gearbeitet. „Wir verhandeln aktuell über den Ankauf der restlichen Gebäude auf dem Kasernengelände und einer bisher unbebauten, drei Hektar großen Fläche, die von den Briten als Sportgelände genutzt wurde “, bestätigt Frau Liebing. „Damit wollen wir den BildungsCampus Herford  erweitern“. Und zumindest was den Brandschutz betrifft, muss man sich dann keine Gedanken mehr machen – neue Gebäude sind problemlos und wirtschaftlich in das bestehende System integrierbar.